Nordmann Heizungsbau - Wärmepumpe in Gütersloh
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Preisvergleich Wärmepumpe und Gasheizung zusammen mit einem Kunden

Wieviel kostet mich ganz allgemein der Betrieb einer Wärmepumpe bzw. einer Gasheizung ? Dies wäre die richtige Frage.

Ich habe gemeinsam mit einem Kunden versucht, genau diese immer wieder gestellte Frage so gut wie nur möglich zu beantworten:

Unsere gemeinsame Vorgabe war:

  • alte Gasheizung von 1996
  • Einfamilienhaus mit 156 m² Wohnfläche in Gütersloh Kattenstroth, bewohnt inzwischen von nur noch 2 Personen
  • Erdgasverbrauch im Durchschnitt der letzten 4 Jahre = ca. 16.000 kw laut Abrechnung des Erdgas-Lieferanten

Kalkuliert wurde für die neue Heizungsanlage mit 13.000 kw, da die alte Gasheizung erfahrungsgemäß ca. 3.000 kw der 16.000 kw auf Grund der alten Technik und des schlechten Wirkungsgrades ungenutzt direkt über den Schornstein abgeleitet hat. (Wären wir von 16.000 kw ausgegangen, wäre der Unterschied unten größer!)
Alle Preise basieren auf einer Recherche des Kunden Anfang April 2021.
Gerne können Sie mit Ihren eigenen lokalen und aktualisierten Zahlen diese Kalkulationen unten individualisieren.

neue Gasheizung:
13.000 kw Erdgas entsprechen bei einem realistischen Wirkungsgrad eines neuen Gas-Brennwertgerätes von ca. 95 % einem Erdgasverbrauch von ca. 1410 m³
Diese 1410 m³ kosten EU 0,65 x 1410 m³ = EU 916,50
Die Grundgebühr (Gaszählermiete) liegt in Gütersloh bei ca. EU 144,- pro Jahr
Die jährliche Heizungwartung und -reinigung incl. Austausch von Verschleißteilen am Gasgerät wurde mit EU 180,- brutto kalkuliert.
Die Gebühr für den Schornsteinfeger alle zwei Jahre liegt bei ca. EU 78,- , also ca. EU 39,- pro Jahr.
Der Stromverbrauch für das Gasgerät (Regelung, Lüfter, interne Pumpen, etc.) wurde bei mehreren Heizgeräte-Herstellern verglichen, das Mittel lag bei ca. EU 195,-

In der Summe wären dies Kosten von ca. EU 1475,- , unabhängig vom individuellen Nutzverhalten.

In dieser Kalkulation nicht berücksichtigt ist die CO2-Steuer, die in den nächsten Jahren den Gaspreis deutlich anheben wird, sowie die Gaspreiserhöhungen durch die Erdgaslieferanten.

neue Luft-Wärmepumpe:
13.000 kw Strom entsprechen bei einem gegenüber der Gasheizung vergleichbarem Wirkungsgrad von 100 % (da ja keine Energie über den Schornstein ungenutzt abgegeben wird) und einer angenommenen Jahresarbeitszahl von glatt 4 ca. 3250 kw Strom.
Diese 3250 kw werden als reiner Ökostrom bezogen zu einem Preis von EU 0,289. (Online-Rabatte u.ä. wurden nicht einkalkuliert!)
Das macht EU 939,25 .

Grundgebühr für Strom entfällt, den Stromzähler gibt es ja schon im Gebäude.
Die Wärmepumpe benötigt quasi keine Wartung. (Etwaige Reparaturen wurden gleichgesetzt mit etwaigen Reparaturen an einem Gasgerät (z.B. Heizungspumpe), also bei beiden Kalkulationen nicht einkalkuliert.)
Der interne Stromverbrauch für die Wärmepumpe ist in den EU 939,25 schon enthalten.

In der Summe bliebe es also bei ca. EU 940,- , unabhängig vom individuellen Nutzverhalten.

Ökostrom ist von der CO2-Steuer befreit, hier wird es zukünftig also keinen Preisanstieg durch diese Steuer geben.

Aufgrund des Klimawandels wird die Umgebungsluft wärmer. In Gütersloh ist die durchschnittliche Außentemperatur in den letzten Jahren von ca. 5,3° auf ca. 7,2° angestiegen, Tendenz wohl weiter ansteigend. Damit erhöht sich automatisch auch die Jahresarbeitszahl, da immer mehr Energie in der Luft enthalten ist.

neue Hybrid-Anlage aus Kombination von Luft-Wärmepumpe und Gasheizung:

Angenommen wurde über das Jahr eine Wärmepumpenanteil von 85 % und ein Gasheizungsanteil von 15 %, in diesem Fall also 11.050 kw bei einer angenommenen Jahresarbeitzahl von 4 = 2762,5 kw Strom plus 1.950 kw Erdgas = 212 m³ Erdgas.

Diese 2762,50 kw werden als reiner Ökostrom bezogen zu einem Preis von EU 0,289. (Online-Rabatte u.ä. wurden nicht einkalkuliert!) = EU 789,40
Die 212 m³ Erdgas kosten EU 0,65 x 212 = EU 137,80
Die Grundgebühr (Gaszählermiete) liegt in Gütersloh bei ca. EU 144,- pro Jahr
Die jährliche Heizungwartung und -reinigung incl. Austausch von Verschleißteilen am Gasgerät wurde mit EU 150,- brutto kalkuliert, da weniger Verschleißteile gebraucht werden.
Die Gebühr für den Schornsteinfeger alle zwei Jahre liegt bei EU 78,- , also EU 39,- pro Jahr.
Der Stromverbrauch für die Gasheizung (Regelung, Lüfter, interne Pumpen, etc.) wurde bei mehreren Heizgeräte-Herstellern verglichen, das Mittel wurde in diesem Fall aufgrund von weniger Laufzeit von Lüfter und Pumpe mit ca. EU 90,- angesetzt.

In der Summe sind dies ca. EU 1351,- , unabhängig vom individuellen Nutzverhalten.

In dieser Kalkulation nicht berücksichtigt ist die CO2-Steuer, die in den nächsten Jahren den Gaspreis deutlich anheben wird.

neue Hybrid-Anlage aus Luft-Wärmepumpe und Heizstäben:

Gute Wärmepumpen haben bereits werkseitig 1 oder sogar 2 zusätzliche Heizstäbe integriert, die - genau wie eine zusätzliche Gasheizung in o.g. Hybrid-System - nach individuellem Bedarf direkt von der Steuerung der Wärmepumpe zugeschaltet werden, z.B. bei Temperaturen unter ca. 0°C.
Würden man also in eine qualitätiv bessere Wärmepumpe investieren, hätte man mit diesen Heizstäben die wärmetechnische Absicherung, die man sich ansonsten mit der Gasheizung verhältnismäßig teuer erkauft.

zurück zum Beispiel:
Angenommen wurde über das Jahr eine Wärmepumpenanteil von 85 % und ein verhältnismäßig sehr hoher Stromanteil von 15 %, in diesem Fall also 11.050 kw bei einer Jahresarbeitzahl von 4 = 2762,5 kw Strom plus 1950 kw Strom direkt. (Die Langzeit-Studie des Fraunhofer-Instituts zu genau dieser Thematik "Wärmepumpe im Altbau" spricht von nur ca. 1,9 % Stromanteil über die Heizstäbe aus! Meine eigenen Erfahrungen in der Kundschaft in den letzten Jahren bestätigen dies.)

Diese 2762,50 kw werden als reiner Ökostrom bezogen zu einem Preis von EU 0,289. (Online-Rabatte u.ä. wurden nicht einkalkuliert!) = EU 789,40
Die 1950 kw Strom werden ebenfalls zum Ökostrom-Tarif von EU 0,289 bezogen = EU 563,55
In der Summe sind dies ca. EU 1353,- , unabhängig vom individuellen Nutzverhalten.
(Setzt man nur die laut Fraunhofer-Institut realistischen 1,9 % an, landet man bei ca. EU 1010,-)

Ökostrom ist von der CO2-Steuer befreit, hier wird es zukünftig also keinen Preisanstieg durch diese Abgabe geben.


Sie sehen:

  • Die reine Wärmepumpe ohne zusätzliche Heizstäbe ist die günstigste Variante, könnte aber bei tiefen Temperaturen nicht ausreichend groß dimensioniert sein.
  • Die Gasheizung ist die teuerste Variante.
  • Die Hybridheizung mit zusätzlicher Gasheizung ist in der Anschaffung die teuerste Variante
  • Die Wärmepumpe mit zusätzlichen Heizstäben ist insgesamt die beste Variante, da sie auch bei kalten Außentemperaturen genug Wärme für die Beheizung bei gleichen Fixkosten liefert.
    Eine Wärmepumpe mit Heizstäben ist nur unwesentlich teurer als eine ohne Heizstäbe.

weitere Punkte, die Sie bei der Wahl der neuen Heizungsanlage beachten sollten:

  • die Wertsteigerung des Wohnhauses bei Installation einer Wärmepumpe ist gegenüber einer Gasheizung deutlich höher. Die Qualität der Heizungsanlage im Keller hat einen immer größeren Stellenwert beim Verkauf einer Immobilie
  • die lokale, nationale und internationale Politik favorisiert für die Zukunft die Energiequelle Strom. Dies bedeutet sehr wahrscheinlich steigende Heizöl- und Erdgas-Preise schon bald, um diese Entwicklung hin zum Strom zu fördern
  • auch für eine Gas-Brennwertheizung müssen die Heizflächen (in der Regel die Heizkörper) im Haus angepasst werden, denn auch die Brennwerttechnik benötigt möglichst niedrige Vorlauf- und Rücklauftemperaturen im Heizungssystem: Wie bei der Wärmepumpe ist eine maximale Vorlauftemperatur von ca. 55° und eine maximale Rücklauftemperatur von ca. 45°C anzustreben, um einen Brennwerteffekt und damit eine Energie- und Kostenreduzierung zu erzielen !
  • je weniger Haushalte zukünftig noch Gasheizungen betreiben, desto höher werden die Grundgebühren des Netzbetreibers. Denn die Kosten für die Gas-Infrastruktur und das Gasnetz bleiben gleich bzw. steigen, und diese Kosten müssen dann zwangsläufig auf die wenigen Gaskunden umgelegt werden