Gefahr von Frostschäden bei Wärmepumpen durch Stromausfall schon nach Stunden bei Minustemperaturen
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Gefahr von Frostschäden bei Wärmepumpen durch Stromausfall über Stunden oder Tage bei Außentemperaturen unter 0°C

Monoblock-Wärmepumpen mit dem Kältenmittel R290 (Propan oder Butan) können schon nach wenigen Stunden Stromausfall kaputtfrieren, weil sie von Heizungswasser durchflossen werden.

Es ist dabei egal, ob der Stromausfall durch einen Hacker provoziert wurde, ob ein Baggerfahrer ein unterirdisch verlegtes Stromkabel durchtrennt, ob Eisregen die Masten von Überlandleitungen zerstört (in NRW u.a. 1978, 1979, 1985, 2005), ob klimatische Einflüsse wie Hitze oder Dürre das Stromnetz z.B. durch Wegfall der Kühlung abstürzen lassen oder ob die Infrastruktur der örtlichen Stadtwerke ganz einfach einknickt:

Wärmepumpen des Bautyps Monoblock können schon nach wenigen Stunden Strom-Blackout schwere Frostschäden bis hin zum Totalschaden erleiden, weil ihre heizungswasserführenden Bauteile außerhalb des Gebäudes stehen.
Sobald der Strom ausfällt, stoppt die Umwälzpumpe und das Heizwasser zirkuliert nicht mehr durch die Außeneinheit. Bei Minusgraden können die mit Heizungswasser in Berührung kommenden Bauteile dann sehr schnell einfrieren. Dabei dehnt sich das entstehende Eis aus (>> Schulunterricht: Änderung des Aggregatzustandes) und sprengt die Bauteile.
Genau dies geschah z.B. Anfang Januar 2026 im Berliner Südwesten, wo über 50.000 Haushalte betroffen waren.
Laut der SHK-Innung Berlin waren davon mehrere Tausend Häuser mit Wärmepumpen beheizt, davon ca. 80% mit Monoblock-Anlagen.

Viele Betreiber solcher Wärmepumpen-Anlagen unterschätzen die Frostschäden, denn die Anlage läuft im Alltag ja eigentlich unauffällig: Monoblock-Geräte stehen komplett draußen, also inklusive Verdichter und Wärmetauscher, deshalb trifft sie ein Stromausfall deutlich härter als Systeme wie die Split-Technik.
Das Problem der Monoblock-Technik sitzt im Heizwasserkreis, weil Heizungswasser vom Haus zur Außeneinheit hin und wieder zurück fließt. Solange Strom vorhanden ist, bleibt das Wasser in den Leitungen und im Außengerät flüssig. Fällt die Stromversorgung weg, steht das Heizungswasser still und Frost greift zuerst an ungeschützten, oberirdischen Abschnitten an. Dann entstehen Frostschäden oft sehr schnell, weil das Eis die Bauteile von innen sprengt.

Das Fachblatt IKZ formuliert dieses Problem drastisch: „Fakt ist: Friert die Monoblock-Anlage ein und platzt dadurch, kommt das einem Totalschaden der Wärmepumpe gleich“.

Ein solcher Totalschaden trifft die Hausbesitzer doppelt, weil neben den Kosten auch die Zeit fehlt, denn Kundendienst oder Heizungsbauer kommen erstens nicht sofort, eingefrorene Bauteile müssen zunächst auftauen oder künstlich aufgetaut werden, Teile oder ganze Geräte müssen neu bestellt werden (soweit es sie überhaupt noch gibt), andere Gewerke wie z.B. Elektriker müssen hinzugezogen werden - und das komplett ausgekühlte Haus bleibt in dieser Phase wahrscheinlich ohne verlässliche Wärmequelle.
Parallel beginnen oft Diskussionen mit Versicherern, Vertragspartnern, Mietern etc..

Wer Frostschäden durch Stromausfall vermeiden will, braucht deshalb eine klare technische Strategie: Fragen Sie uns !

In Skandinavien lösen viele Heizungsbauer dieses Risiko mit Hilfe eines speziellen Trennwärmetauschers, der z.B: über die Heizlastberechnung exakt ausgelegt werden muss, weil dort im Norden die Winter lang und deutlich kälter ausfallen: mindestens 25% Frostschutzmittel fließen zwischen Dänemark und Nordkap durch das Außengerät, während das normale Heizungswasser im Haus bleibt. Dadurch sinkt die Gefahr von Frostschäden an wasserführenden Teilen, weil draußen kein reines Heizungswasser mehr stehen kann. Das System arbeitet deutlich stabiler, aber es kostet leider Effizienz:
Die deutschen Wärmepumpen-Hersteller, die diese Technik für ihre Wärmepumpen freigeben (und das sind nicht viele!) nennen bei Nutzung eines Wasser/Glykol-Gemisches mit ca. 25% Glykol einen Effizienzverlust von rund 15%. Hinzu kommt der Mehraufwand für die Installation, nämlich Material und Arbeitszeit.
Trotzdem akzeptieren viele Hauseigentümer in Skandinavien diesen Nachteil, weil sie Ausfälle im Frost unbedingt vermeiden wollen: Die Schäden an der Wärmepumpe wären ungleich höher. Sie sehen diesen Mehraufwand an Technik wie eine KFZ-Versicherung: da weiß man ja auch nicht, ob man sie während der Nutzung des KFZ benötigt. Aber falls doch, hilft es ungemein.

Da in Deutschland die Infrastruktur nicht auf dem neusten Stand ist, ist die Wahrscheinlichkeit für Stromausfälle über Stunden oder Tage nicht gering.

zur Info:
Viele Kollegen empfehlen Absperr- und Entleer-Möglichkeiten nahe der Außeneinheit, weil der Betreiber dann gezielt reagieren könnte:
Ein klassisches thermostatisch geregeltes Frostventil öffnet bei niedriger Temperatur von ca. +3°C und lässt Heizwasser ab, sodass im Außengerät der Druck absinkt. Allerdings bleibt im sehr eng aufgebauten Wärmetauscher und anderen Bauteilen Dank der Adhäsion (Adsorptions- und Benetzungstheorie) Wasser zurück, das durch die Ausdehnung bei der Aggregat-Umwandlung von Wasser zu Eis trotzdem die Wandungen seiner es umgebende Rohrleitung deformieren oder sprengen kann.
Außerdem: Dieses Ventil kostet permanent Energie, weil es ungedämmt bleiben muss und somit konstant Wärme entweichen lässt.
Eine Innenvariante dieses Ventils im Gebäude reduziert zwar die Verluste (weil die Energie ja zumindest theoretisch im Gebäude bleibt), doch der Betreiber muss sie manuell öffnen, also vor Ort sein und dabei duie Gefahr auch erkennen und handeln, sobald sich ein längerer Stromausfall abzeichnet.